Eigengrau
Hamburger Sprechwerk / 2024

Eigengrau

von Penelope Skinner in einer Bearbeitung von Anton Pleva / Regie + Bearbeitung

„Was für eine wunderschöne Inszenierung! Komisch, klug, tiefgründig und facettenreich! Grandioses Ensemble, schönste Musik! Große Empfehlung! Hin da!“

Kristina Nadj
(Theaterschaffende)

Eigengrau

von Penelope Skinner

in einer Bearbeitung von Anton Pleva

 

Hamburger Sprechwerk / 2024

 

Eine feministische Sitcom und antipatriarchale Late Night Show

 

Mit José Barros Moncada, Henrik Demcker, Julia Kemp, Maximilian Kurth, Naomi O‘Taylor

 

Regie + Bearbeitung Anton Pleva

Ausstattung Amelie Müller

Musik + Sounddesign Henrik Demcker

Inhalt

„Eigengrau“ ist die Geschichte vier junger Großstadtbewohner, deren Wege sich kreuzen, was ihre Leben auf den Kopf stellt. Durch die Bearbeitung von Anton Pleva, basierend auf Arbeiten von unter anderem Carolin Wiedemann, Samira El-Ouassil und Friedemann Karig, wird daraus eine feministische Sit-Com und antipatriarchale Late Night Show.
In dem Kontext der Geschichte von Skinner erzählt das Ensemble davon, wie frauenfeindliche Narrative internalisieren werden, zum Beispiel durch die Schöpfungsgeschichten Adam und Eva und die Büchse der Pandora oder Frauenfiguren wie die Femme Fatal, die Femme Fragile und die Pretty Woman, sie zeigen auf, wie sich das patriarchale System in unseren Institutionen und Gesetzen und der Erzählung einer geschlechtlichen Binarität widerspiegelt und berichten von gesellschaftlichen Missständen, wie sie in den Vorgängen um Britney Spears, Rammstein und Gisele Pericot in Erscheinung treten.

Kritik

Der Wechsel zwischen schwarzem Humor und ergreifender Ernsthaftigkeit hält das Publikum in Atem.

„Beziehungen, Feminismus, Einsamkeit mit schwarzem Humor, emotionaler Tiefe und messerscharfen Dialogen: Schriftstellerin Skinner kombiniert bissigen Humor mit tiefgründigen und oft schmerzhaften Einsichten. Feminismus, toxische Beziehungen und das Streben nach Individualität treffen in der Adaption auf gesellschaftliche Debatten, die in Deutschland gerade im Vordergrund stehen. Das Stück wird so zu einem Spiegelbild der urbanen Lebenswirklichkeit in einer Stadt wie Hamburg. (…)

Die Besetzung der deutschen Adaption ist ein echter Glücksgriff. Julia Kemp verkörpert Cassie mit einer Intensität, die den Zuschauer zwischen Bewunderung und Irritation schwanken lässt. Aber auch alle anderen Schauspielerinnen und Schauspieler des Ensembles liefern eine wahrhaft außergewöhnliche Leistung ab, die das Publikum fast drei Stunden lang in ihren Bann zieht. Mit einer Energie und Leidenschaft, die in jedem Moment spürbar ist, tragen sie die emotionale Intensität des Stücks und machen es zu einem Erlebnis, das unter die Haut geht. Jede Bewegung, jeder Blick, jede Zeile wirkt, als sei sie mit größter Hingabe durchdrungen. (…)

Das Lichtdesign greift die Bedeutung des Titels „Eigengrau“ auf: Schatten, Halbdunkel und grelle Kontraste schaffen eine bedrückende Atmosphäre, die die innere Zerrissenheit der Figuren unterstreicht. (…) 
Die Inszenierung von Anton Pleva schafft es, die Themen des Originals auf eine Weise zu übersetzen, die für ein Hamburger Publikum sofort greifbar ist. Besonders spannend ist, wie die feministische Thematik in die deutsche Debattenlandschaft eingebettet wird – Cassies Monologe wirken wie direkte Kommentare zur aktuellen Genderdebatte.“

Lukas Fürste
(Journalismus-Student in einer Studienarbeit zu der Produktion)

Auszug

„(…) Jahrtausendelang war die patriarchale Ordnung so selbstverständlich, dass niemand von ihr sprach, dass es also nicht einmal einen Namen, ein Konzept für die Vorherrschaft des Mannes gab. Die Vorstellung seiner natürlichen Überlegenheit erfüllt sich von selbst, da diejenigen, die Gesetzestexte, Gedichte und religiöse Schriften verfassten, Männer waren. Alle anderen wurden von der Geschichtsschreibung ausgeschlossen, ihnen wurde die Möglichkeit verweigert, die Vergangenheit der Menschen zu ordnen und zu interpretieren — womit unsichtbar gemacht wurde, dass sie selbst diese Geschichte mitproduzierten“, schreibt Carolin Wiedemann in Zart und Frei

Mythos 1: Adam und Eva saßen mit All inclusive Bändchen im Paradies am Pool. Wie jeden Tag war das Wetter traumhaft. Leise raschelten die Palmblätter, exotische Blumen versprühten ihren Duft, Zikaden zirpten, Lemuren schrieen und das Buffet war üppig. Vor allem die Eier hatten es Adam angetan, Eier in allen Variationen: Rühreier, Spiegeleier, gefüllte Eier, Egg Benedict, Poached Egg, Eiersalat, Eierpfannkuchen, versunkene Eier im Spinatnest, hart gekochte Eier, weich gekochte Eier, ja, es gab sogar eine Eier-Pyramide. Adam fühlte sich, kein Scherz, wie im Paradies.

„Wunderbar dicht ineinander verwoben und inszeniert. Man bleibt bis zur letzten Sekunde dran. Dieses Highlight solltet ihr nicht verpassen.“

Christine Wilhelmi
(Schauspielerin)